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Montag, 18. Februar 2019

Regelungen i.Z.m. Veröffentlichung von Veranstaltungsfotos im Internet

  • Nach § 22 Abs. 1 Kunsturhebergesetz (KUG) dürfen Bildnisse grundsätzlich nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.
  • Ohne die nach § 22 KUG erforderliche Einwilligung dürfen Bilder von Einzelpersonen nach § 23 Abs. 1 KUG unter anderem veröffentlicht werden, wenn sie Personen der Zeitgeschichte betreffen oder wenn es sich um die Veröffentlichung von Fotos über Bürgerkongresse, Preisverleihungen oder vergleichbare Veranstaltungen handelt, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben.
  • Im Rahmen des § 23 Abs. 1 Nr. 3 KUG ist es zulässig, „Übersichtsfotos“ von der Veranstaltung einschließlich ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu fertigen und zu veröffentlichen. In diesem Zusammenhang können auch Personengruppen fotografiert und im Internet veröffentlicht werden, soweit dies dazu dient, einen „authentischen“ Eindruck von der Veranstaltung zu vermitteln.
  • Sofern die Voraussetzungen des § 23 Abs. 1 KUG vorliegen, besteht für die Betroffenen lediglich die Möglichkeit, der Veröffentlichung gemäß § 35 Abs. 5 BDSG zu widersprechen. Dieser Widerspruch ist zu berücksichtigen, wenn das schutzwürdige Interesse der betroffenen Person wegen seiner persönlichen Situation das Interesse der verantwortlichen Stelle an der Internetveröffentlichung der Fotos überwiegt.
  • Sollen Bilder von „absoluten Personen der Zeitgeschichte“ (Politiker, Sportler, Künstler) oder von „relativen Personen der Zeitgeschichte“ (Straftäter, Zeugen in öffentlichkeitswirksamen Gerichtsverfahren) im Zusammenhang mit dem konkreten Ereignis veröffentlicht werden, bedarf es hierzu regelmäßig nicht einer ausdrücklichen Einwilligung der betroffenen Person.
  • Das gezielte Fotografieren von sonstigen Einzelpersonen und die Anfertigung von Nahaufnahmen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie deren Veröffentlichung im Internet aus Anlass einer Veranstaltung bedarf demgegenüber regelmäßig der Einwilligung der Betroffenen, es sei denn, die Aufnahmen über die Veröffentlichung der einzelnen Personen sind „prägender“ Bestandteil der Veranstaltung, über die im Internetangebot öffentlich berichtet werden soll. Dies ist insbesondere der Fall, wenn im Rahmen der Veranstaltung einzelne Personen besonders gewürdigt oder geehrt werden und diese über ein entsprechendes Foto der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.
  • In jedem Fall der Internet-Veröffentlichung von Fotos, auf denen Einzelpersonen erkennbar sind, sollte im Übrigen geprüft werden, ob durch die Art der Darstellung der Person oder aus sonstigen Gründen schutzwürdige Interessen der abgebildeten Person berührt sein können und aus diesem Grund die Veröffentlichung nach Maßgabe des § 23 Abs. 2 KUG unterbleiben sollte.
  • Soweit möglich, sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von öffentlichen Veranstaltungen in geeigneter Weise darüber informiert werden, dass während der Veranstaltung Fotos gefertigt werden, die möglicherweise im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit über das Internet der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

Quelle: Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz, Feb. 2010